Holzbau & Zimmerei · Praxis-Wissen

BG-BAU-Förderung: Warum aus 1.400 Euro Prämie 800 Euro werden

Die Prämie im Katalog ist eine Obergrenze, kein Versprechen. Was Ihr Betrieb tatsächlich bekommt, steht in einer Zahl, die kaum jemand kennt.

Von Sven Müllers, Pöppel Redaktion  ·  2026-09-10  ·  Lesezeit 9 Minuten
Bau-Entstauber ab Staubklasse M werden mit 50 Prozent bezuschusst – eine der am breitesten nutzbaren Prämien. Symbolbild (KI-generiert)

Auf einen Blick

  • Über jeder einzelnen Prämie steht die jährliche Fördersumme Ihres Betriebs. Sie bemisst sich am Umlagebeitrag des Vorjahres und liegt zwischen 250 und 20.000 Euro.
  • Ein Betrieb mit 4.000 Euro Umlagebeitrag hat 800 Euro im Jahr zur Verfügung — unabhängig davon, was im Katalog als Höchstbetrag steht.
  • Für Absturzprävention gibt es einen zweiten, getrennten Topf: 50 Prozent der Kosten, bis 3.000, 5.000 oder 10.000 Euro, jeweils an eigene Bedingungen geknüpft.
  • Anträge stellen Sie nachträglich, bis 365 Tage nach dem Rechnungsdatum. Der Stichtag 31. Dezember ist entfallen.
  • Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Sind die Haushaltsmittel für eine Maßnahme ausgeschöpft, geht der Antrag leer aus.

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft bezuschusst rund 70 Maßnahmen: vom Bau-Entstauber über den Seitenschutz bis zur Drohne. Die Beträge in ihrem Prämienkatalog sehen großzügig aus. In der Beratung erleben wir regelmäßig, dass Betriebe mit einer Zahl rechnen, die sie gar nicht ziehen können.

Der Grund ist kein Kleingedrucktes, sondern eine zweite Rechengröße, die im Katalog auf Seite acht steht.

Zuerst die Frage, die alles entscheidet

Nicht jeder Handwerksbetrieb ist bei der BG BAU versichert. Die Zuständigkeit steht in ihrer Satzung, und sie folgt dem Gewerk, nicht dem Material.

Zuständig ist die BG BAU für „Unternehmen des Hoch- und Tiefbaus aller Art". Namentlich aufgeführt sind unter anderem Zimmererarbeiten aller Art, Dacharbeiten, Gerüstbau, Malerarbeiten, Verputz- und Glaserarbeiten sowie Montagearbeiten.

Eine Zimmerei gehört also dazu. Eine Schreinerei, die Möbel und Innenausbau fertigt, gehört nicht dazu — sie ist bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall versichert.

Warum das mehr ist als eine Formalie

Für Betriebe der BGHM gibt es diesen Prämienkatalog nicht. Das Gesetz stellt es jeder Berufsgenossenschaft frei: § 162 Absatz 2 SGB VII sagt, dass Unfallversicherungsträger Prämien gewähren können.

Die BGHM hat sich für einen anderen Weg entschieden. Ihr finanzieller Anreiz läuft über das Beitragsausgleichsverfahren nach § 30 ihrer Satzung: Wer wenige Unfälle meldet, zahlt weniger Beitrag. Prämien sieht ihre Satzung nur für neuartige, übertragbare Arbeitsschutztechniken vor — als Auszeichnung, nicht als Zuschuss zum Gerätekauf.

Wenn Sie in beiden Welten arbeiten, lohnt der Blick auf den Mitgliedsschein, bevor Sie kalkulieren.

So berechnet sich Ihre Fördersumme

Die Fördersumme ist der Betrag, den Ihr Betrieb pro Kalenderjahr insgesamt abrufen kann. Bemessungsgrundlage ist der Umlagebeitrag des Vorjahres, ohne Zuschlag und ohne den Anteil für den arbeitsmedizinischen Dienst.

Seit dem gibt es vier statt fünf Stufen:

StufeUmlagebeitragFördersummemindestenshöchstens
A100 bis 1.000 Euro25 Prozent100 Euro250 Euro
B1.001 bis 25.000 Euro20 Prozent250 Euro5.000 Euro
C25.001 bis 100.000 Euro10 Prozent5.000 Euro10.000 Euro
Dab 100.001 Euro5 Prozent10.000 Euro20.000 Euro

Die allermeisten Handwerksbetriebe liegen in Stufe B.

Das Rechenbeispiel, das den Unterschied zeigt

Eine Zimmerei zahlt 4.000 Euro Umlagebeitrag. Stufe B, 20 Prozent: Ihre Fördersumme beträgt 800 Euro im Jahr.

Der Betrieb schafft ein temporäres Durchsturz-Schutzsystem für Arbeiten an Oberlichtern an, Anschaffungskosten 2.800 Euro. Die BG BAU fördert davon 50 Prozent, höchstens 3.000 Euro je Maßnahme — rechnerisch also 1.400 Euro.

Über die beitragsabhängige Förderung werden trotzdem nur 800 Euro ausgezahlt. Die vollen 1.400 Euro zieht auf diesem Weg erst, wer rund 7.000 Euro Umlagebeitrag zahlt.

Für genau diesen Fall gibt es einen zweiten Weg.

Was kleinere Betriebe dagegen tun können

Die Stufen A und B dürfen ihre Fördersumme über mehrere Jahre ansparen. Wer die Anschaffung ein Jahr vorbereitet, hat im Beispiel oben 1.600 Euro statt 800 zur Verfügung.

Das ist der wichtigste Planungshebel im ganzen System — und der am seltensten genutzte.

Durchsturzsicherungen über Oberlichtern gehören zum Kapitel Absturz – dem Bereich mit den höchsten Prämien. Symbolbild (KI-generiert), nach Herstellervorlage

Der zweite Topf für Absturzprävention

Neben der beitragsabhängigen Förderung gibt es einen eigenen Weg für alles, was mit Absturz zu tun hat. Er ist vom Beitrag unabhängig und zahlt durchgehend 50 Prozent der Anschaffungskosten.

Begrenzt wird er allein durch die Stufe, die Ihr Betrieb erfüllt:

  • 3.000 Euro: mindestens eine beschäftigte Person, ausgeglichenes Beitragskonto, Gefährdungsbeurteilung bei Absturzgefährdung, Beratung durch die BG BAU, unterzeichnete betriebliche Erklärung
  • 5.000 Euro: zusätzlich Teilnahme an BAU AUF BAU oder AMS BAU
  • 10.000 Euro: zusätzlich Teilnahme einer Führungskraft am Seminar zur Absturzprävention

Die Bedingungen bauen aufeinander auf. Wer die dritte Stufe zieht, hat im Folgejahr keinen Anspruch mehr; bei mehr als 20 Beschäftigten gilt zusätzlich eine Grenze von 10 Prozent des BG-Beitrags.

Ein Punkt für den Kalender

Was Sie von der beitragsunabhängigen Fördersumme im Kalenderjahr nicht ausschöpfen, verfällt. Anders als bei den Stufen A und B ist Ansparen hier nicht vorgesehen.

Beide Töpfe lassen sich nebeneinander nutzen. Die BG BAU rechnet das selbst an einem Malerbetrieb mit sechs Beschäftigten vor: Plattformleiter über den Absturztopf, zwei Entstauber über die beitragsabhängige Förderung.

Was überhaupt gefördert wird

Der Katalog ist in neun Kapitel geteilt. Die Höchstbeträge stehen je Maßnahme und gelten zusätzlich zu Ihrer Fördersumme.

KategorieBeispielPrämie je Maßnahme
Absturztemporäre Durchsturzsicherung für Lichtkuppeln50 %, bis 3.000 Euro
Staub und GefahrstoffeBau-Entstauber ab Staubklasse M50 %, bis 200 Euro
UV-Strahlung und HitzeKühlweste, Funktionsshirt, Sonnenbrille50 %, bis 100 Euro je Weste
Körperliche BelastungExoskelett: Einweisung mit Praxistest50 %, bis 1.500 Euro
Elektrische GefährdungPersonenschutzschalter PRCD-S50 %, bis 50 Euro (1-phasig) bzw. 100 Euro (3-phasig)
LärmOtoplastiken statt Kapselgehörschutz50 %, bis 100 Euro je Paar
Sichere HandmaschinenAkku-Handkreis- und Pendelsäbelsägen50 %, bis 150 Euro je Säge
Baumaschinen und Baustellen-LkwAbbiegeassistent nachrüsten50 %, bis 500 Euro
Organisation und QualifikationDrohne, A2-Führerschein, LBA-Anmeldung50 %, bis 2.000 Euro

Zusammen sind das rund 70 einzelne Maßnahmen. Eine fällt aus dem Rahmen: Sicherheitsvorrichtungen an Formatkreissägen werden mit 25 Prozent bezuschusst, höchstens 2.500 Euro — die höchste Einzelprämie außerhalb des Absturzkapitels.

Zimmerer mit rückenunterstützendem Exoskelett hebt einen Holzbalken in einer Zimmereihalle
Beim Exoskelett fördert die BG BAU die Einweisung mit zweiwöchigem Praxistest, nicht den Kauf allein. Symbolbild (KI-generiert).
Kein echtes Produktfoto.

Wo für einen Baubetrieb am meisten drin ist

Absturz. Hier liegen die größten Beträge, und hier zahlt der zweite Topf. Seitenschutz, Ein-Personen-Gerüste, Podestleitern und seit Juli 2026 temporäre Durchsturzsicherungen für Oberlichter. Geförderte Leitern und Podeste sind übrigens dieselben Arbeitsmittel, die Sie wiederkehrend prüfen lassen müssen.

Staub. Der Bereich mit der breitesten Wirkung, weil Staub jeden Arbeitsplatz betrifft. Absaugende Handmaschinen kommen zusammen mit einem gelisteten Entstauber auf bis zu 400 Euro. Welche Geräte aus unserem Sortiment auf der Liste stehen, zeigen wir hier.

Körperliche Belastung. Hier lohnt der genaue Blick in den Katalog, denn die Prämie meint etwas anderes, als vielfach zu lesen ist. Gefördert wird beim Exoskelett nicht die Anschaffung, sondern die Einweisung mit zweiwöchigem Praxistest: 50 Prozent der Kosten dieser Maßnahme, höchstens 1.500 Euro. Die Produktliste der BG BAU nennt für Exoskelette folgerichtig Hersteller, Modell und unterstützte Körperregion, aber keine Förderhöhe je Gerät — anders als bei den Entstaubern, wo neben jedem Modell ein Betrag steht.

Wer also gelesen hat, die BG BAU zahle rund 1.400 Euro zu einem Exoskelett, sollte vor der Kalkulation nachrechnen: Diese Zahl entsteht als 50 Prozent eines Gerätepreises von etwa 2.800 Euro. Der Katalog stellt aber auf die Kosten der Einweisung mit Praxistest ab.

Drohnen. Anschaffung, A2-Führerschein und die Anmeldung beim Luftfahrt-Bundesamt zählen nicht gegen Ihre Fördersumme — diese Prämie ist beitragsunabhängig. Wer das Dach vom Boden aus aufmisst, steigt nicht hinauf.

Was sich selten lohnt

Bei 20 Euro für eine Sonnenbrille steht der Aufwand für Beleg, Antrag und Nachweis in keinem Verhältnis. Sammeln Sie Kleinbeträge und reichen Sie sie mit der nächsten größeren Anschaffung zusammen ein.

Woran Anträge scheitern

Die Ablehnungsgründe stehen im Katalog, verteilt über mehrere Seiten. Vier davon begegnen uns immer wieder.

Das Gerät steht nicht auf der Liste

Zu jeder Maßnahme führt die BG BAU ein eigenes Anforderungspapier mit den geprüften Geräten, oft mit Hersteller und Bestellnummer. Maßgeblich ist diese Liste, nicht der Katalogtext.

Wie streng sie ist, unterscheidet sich. Bei Bau-Entstaubern müssen Sie das Gerät mit der aufgeführten Ausrüstung anschaffen, also als Paket samt Handabsaugset. Bei Exoskeletten steht im selben Papier ausdrücklich, dass die Liste keinen vollständigen Marktüberblick bietet.

Wer beides gleich behandelt, liegt in einem der zwei Fälle daneben.

Die Rechnung ist zu ungenau

Der Katalog verlangt auf der Rechnung die genaue Bezeichnung: Hersteller, Modellbezeichnung, Artikelnummer des Herstellers. Ungenaue oder unvollständige Angaben können zur Ablehnung führen.

Beim Exoskelett kommt eine zweite Anforderung dazu. Der Anbieter muss schriftlich bestätigen, dass die Einweisung stattgefunden hat und der Praxistest mindestens zwei Wochen gelaufen ist — laut Anforderungspapier zum Beispiel über die Rechnung.

An dieser Stelle entscheidet sich die Förderung nicht bei Ihnen, sondern bei Ihrem Händler. Wir schreiben diese Angaben auf die Rechnung, weil wir wissen, wofür sie gebraucht werden.

Die Frist ist abgelaufen

Eingereichte Rechnungen dürfen zum Zeitpunkt des Antragseingangs nicht älter als 365 Tage sein. Maßgebend ist das Rechnungsdatum.

Wer mehrere Geräte im Jahr anschafft, sollte die Rechnungsdaten im Blick behalten — in unserer Maschinen- und Fristenverwaltung läuft das mit. Das ist neu und eine echte Erleichterung: Bis 2026 mussten Anträge bis zum 31. Dezember des Kaufjahres vorliegen. Dieser Stichtag ist entfallen — ausnahmsweise einmal eine Änderung, die dem Betrieb entgegenkommt.

Der Topf ist leer

Es gibt keinen Rechtsanspruch. Der Katalog nennt drei Gründe für eine Ablehnung: Beitragsrückstände oder Insolvenz, Überschreitung der Förderhöchstsumme und die Ausschöpfung der Haushaltsmittel.

Vollständige Anträge werden „in der Reihenfolge ihres Eingangs" geprüft. Den Stand der Mittel zeigt die BG BAU auf der Seite der jeweiligen Maßnahme an.

Clemens Stosch aus der Prävention der BG BAU beschreibt es in der Mitgliederzeitschrift so: „Vor einer Investition berät unser Team gern dazu, ob eine Förderung möglich ist und wie hoch diese ausfallen kann. Auch wenn die Zahl der Anträge stetig steigt, wollen wir bei der Antragstellung behilflich sein und schnell prüfen."

Die steigende Zahl der Anträge ist das eigentliche Signal in diesem Satz. Wer eine große Anschaffung plant, sollte nicht bis Dezember warten.

Zwei Punkte, die fast nie erwähnt werden

Der Zuschuss ist steuerpflichtig. Investitionszuschüsse versteuern Sie als Betriebseinnahme oder setzen sie von den Anschaffungskosten ab; Aufwandszuschüsse sind sofort Betriebseinnahme. Die korrekte Versteuerung liegt beim Unternehmen, nicht bei der BG BAU.

Und: Verkaufen Sie das geförderte Gerät innerhalb eines Jahres weiter, müssen Sie den Zuschuss zurückzahlen. Auch das steht in den rechtlichen Hinweisen des Katalogs.

Leasing ist ausdrücklich förderfähig

Für Leasinggeräte können Sie einmalig einen Antrag stellen. Der Vertrag darf höchstens 365 Tage alt sein und muss mindestens zwölf Monate laufen.

Bemessungsgrundlage ist die Summe der monatlichen Netto-Leasingraten über die Vertragslaufzeit. Für Betriebe, die größere Maschinen ohnehin nicht kaufen, ist das der übersehene Weg — wir rechnen Ihnen beide Varianten gegeneinander.

Was das für Ihren Betrieb bedeutet

Die Förderung ändert nichts daran, welche Ausrüstung Sie brauchen. Sie ändert, was sie kostet — und in welcher Reihenfolge Sie sie anschaffen sollten.

Aus unserer Erfahrung entscheidet sich der Erfolg vor dem Kauf, nicht beim Ausfüllen des Antrags. Wer zuerst kauft und dann in die Liste schaut, hat die Wahl schon getroffen.

Deshalb ist die Reihenfolge: Fördersumme ausrechnen, Liste prüfen, Angebot einholen, kaufen, Antrag stellen.

Dabei unterstützen wir Sie. Wir sagen Ihnen, ob ein Gerät auf der Liste der BG BAU steht, was als Paket mitgekauft werden muss und wie die Rechnung aussehen muss, damit sie den Antrag trägt. Beim Exoskelett klären wir mit Ihnen vorab, wie Einweisung und zweiwöchiger Praxistest ablaufen und wer sie bestätigt.

Häufige Fragen

Wie hoch ist meine jährliche Fördersumme?
Sie richtet sich nach Ihrem Umlagebeitrag des Vorjahres: Stufe A 25 Prozent (100 bis 250 Euro), Stufe B 20 Prozent (250 bis 5.000 Euro), Stufe C 10 Prozent (5.000 bis 10.000 Euro), Stufe D 5 Prozent (10.000 bis 20.000 Euro).
Kann ich die Fördersumme ansparen?
Bei der beitragsabhängigen Förderung dürfen Betriebe der Stufen A und B über mehrere Jahre ansparen. Die beitragsunabhängige Fördersumme für Absturzprävention verfällt dagegen zum Jahresende.
Muss ich den Antrag vor dem Kauf stellen?
Nein. Sie kaufen zuerst und stellen den Antrag danach online. Die Rechnung darf bei Antragseingang höchstens 365 Tage alt sein; maßgebend ist das Rechnungsdatum.
Was muss auf der Rechnung stehen?
Hersteller, Modellbezeichnung und Artikelnummer des Herstellers. Fehlen diese Angaben oder sind sie ungenau, kann die BG BAU den Antrag ablehnen.
Ist mein Betrieb überhaupt bei der BG BAU?
Zuständig ist sie für Hoch- und Tiefbau aller Art, darunter Zimmerer-, Dach-, Maler-, Verputz-, Gerüstbau- und Montagearbeiten. Möbelschreinereien und Metallbetriebe gehören zur Berufsgenossenschaft Holz und Metall, die keinen vergleichbaren Prämienkatalog führt.
Muss ich den Zuschuss versteuern?
Ja. Je nach Art der Anschaffung handelt es sich um einen Investitions- oder einen Aufwandszuschuss; beide sind steuerlich zu berücksichtigen. Die korrekte Versteuerung liegt in Ihrer Verantwortung.

Rechnen Sie einmal nach, wie hoch Ihre Fördersumme in diesem Jahr ist. Wenn die Zahl kleiner ausfällt als gedacht, ist das kein Grund zu verzichten — sondern der Anlass, die nächste Anschaffung ein Jahr früher zu planen.

Mafell

Für Mafell haben wir es durchgearbeitet: welche Geräte namentlich auf den Listen der BG BAU stehen, mit welcher Prämie und unter welcher Bedingung – mit Shop-Link zu jedem Gerät. Für andere Hersteller sehen wir auf Anfrage nach.

Geförderte Mafell-Geräte ansehen

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Sven Müllers, Marketingleitung R. Pöppel

Sven Müllers

Marketingleitung · R. Pöppel, Memmingen

Für diesen Beitrag habe ich den Prämienkatalog in der Ausgabe Juli 2026 vollständig gelesen und die Anforderungspapiere zu den Maßnahmen daneben gelegt, die unsere Kunden betreffen. Aufgefallen ist mir dabei die Fördersumme: Sie steht auf Seite acht, entscheidet über jede Auszahlung und kommt in kaum einer Meldung über die Prämien vor. Seitdem rechne ich sie vor dem Angebot aus, nicht danach.

Ein großer Teil unserer Arbeit im Marketing bei R. Pöppel in Memmingen ist Recherche – für Handwerks- und Industriebetriebe der Region. Wir arbeiten nach bestem Wissen und prüfen jede Angabe gegen; bleibt trotzdem ein Fehler stehen, sagen Sie uns bitte Bescheid. Schreiben Sie mir

Quellen und wie wir geprüft haben

Ausgangspunkt war eine einfache Frage aus der Beratung: Warum kommt von einer Prämie, die mit vierstelligen Beträgen ausgewiesen ist, oft weniger an? Wir haben den Prämienkatalog in der Ausgabe Juli 2026 vollständig gelesen und die Antwort auf Seite 8 gefunden – in der jährlichen Fördersumme, die sich am Umlagebeitrag bemisst und über jeder einzelnen Prämie steht. Sie kommt in der Berichterstattung über die Arbeitsschutzprämien praktisch nicht vor. Beim Gegenlesen haben wir eine verbreitete Angabe richtiggestellt, die auch wir zunächst übernommen hatten: Für Exoskelette wird vielfach eine Prämie von rund 1.400 Euro genannt, die als 50 Prozent des Gerätepreises entsteht. Der Katalog fördert auf Seite 56 aber ausdrücklich „50 % der Kosten für eine Einweisung in die Handhabung von Exoskeletten mit einem zweiwöchigen Praxistest, max. 1.500 Euro“ – also eine Dienstleistung, nicht die Anschaffung. Das zugehörige Anforderungspapier bestätigt es: Seine Geräteliste nennt Hersteller, Modell und Körperregion, aber keine Förderhöhe je Gerät, während dieselbe Reihe bei den Bau-Entstaubern sehr wohl einen Betrag je Modell ausweist. Drei weitere Punkte aus dem Katalog haben wir ergänzt, weil sie in den Meldungen fehlen: Der Zuschuss ist steuerpflichtig, ein Weiterverkauf innerhalb des ersten Jahres führt zur Rückzahlung, und einen Rechtsanspruch gibt es nicht – bei ausgeschöpften Haushaltsmitteln wird abgelehnt. Bei den Produktlisten haben wir zwei Maßnahmen verglichen und einen Unterschied gefunden, der leicht zu übersehen ist: Bei Bau-Entstaubern ist die Liste maßgeblich und das Zubehör Teil der Bedingung, bei Exoskeletten weist dieselbe Reihe von Anforderungspapieren ausdrücklich darauf hin, dass sie keinen vollständigen Marktüberblick bietet. Nicht übernommen haben wir Angaben zur Zahl geförderter Betriebe: Dazu ließ sich keine belastbare, aktuelle Veröffentlichung finden. Die Zahl der Fördermaßnahmen nennt der Katalog selbst nicht; unsere Auszählung ergibt 67 Einträge in neun Kapiteln, weshalb im Text „rund 70“ steht. Sprechen Sie uns darauf an — als Ihr Fachhändler in Memmingen prüfen wir vor dem Kauf, ob ein Gerät auf der Liste der BG BAU steht, und stellen die Rechnung so aus, dass sie den Förderantrag trägt.

9 Quellen · 6 Primärquellen im Original gelesen · 1 verbreitete Angabe richtiggestellt · 4 Angaben ergänzt, die in der Berichterstattung fehlen · 1 Angabe nicht belegbar

Primärquelle
BG BAU, Arbeitsschutzprämienkatalog, Ausgabe Juli 2026 (PDF) – Seite 8 Fördersummen und Förderstufen A bis D, Seite 9 beitragsunabhängige Förderung, Seite 11 Antragstellung und Leasing, Seite 12 rechtliche und steuerrechtliche Hinweise
Primärquelle
§ 162 SGB VII – Zuschläge, Nachlässe, Prämien – Absatz 1 verpflichtet die gewerblichen Berufsgenossenschaften zu Zuschlägen und Nachlässen, Absatz 2 stellt Prämien in ihr Ermessen
Primärquelle
Satzung der BG BAU, § 3 Sachliche Zuständigkeit (PDF) – Zimmererarbeiten aller Art, Dacharbeiten, Gerüstbau, Maler-, Verputz- und Montagearbeiten sind namentlich aufgeführt
Primärquelle
Satzung der BGHM, § 30 und § 37 Absatz 3 (PDF) – Beitragsausgleichsverfahren als finanzieller Anreiz; Prämien nur für neuartige, übertragbare Arbeitsschutztechniken
Primärquelle
BG BAU, Anforderungen Bau-Entstauber, Stand 14.07.2026 (PDF) – die Geräte müssen mit der gelisteten Ausrüstung angeschafft werden
Primärquelle
BG BAU, Anforderungen Exoskelette, Stand 16.03.2026 (PDF) – gefördert wird die Einweisung mit zweiwöchigem Praxistest; die Liste ist ausdrücklich nicht abschließend
Korrigiert
Für Exoskelette wird vielfach eine Prämie von rund 1.400 Euro genannt, entstanden als 50 Prozent eines Gerätepreises von etwa 2.800 Euro. Der Prämienkatalog fördert auf Seite 56 jedoch „50 % der Kosten für eine Einweisung in die Handhabung von Exoskeletten mit einem zweiwöchigen Praxistest, max. 1.500 Euro“. Das Anforderungspapier führt dazu keine Förderhöhe je Gerät – anders als die Liste der Bau-Entstauber
Abgleich
BG BAU, Arbeitsschutzprämien – 365 Tage ab Rechnungsdatum, der Stichtag 31. Dezember ist entfallen; förderfähig sind nur Geräte, die der Hersteller für den gewerblichen Bereich zugelassen hat
Abgleich
BG BAU aktuell 1/2026, „Drei Fragen zu den Arbeitsschutzprämien", 9. März 2026 – Quelle des Zitats von Clemens Stosch, Prävention der BG BAU
Abgleich
BauPortal 3/2026, Neue Arbeitsschutzprämien und geänderte Förderbedingungen – 16 Prämien zum 30. Juni 2026 eingestellt, Übergangsregel für frühere Käufe
Nicht übernommen
Angaben zur Zahl geförderter Betriebe oder zur ausgezahlten Fördersumme. Dazu ließ sich keine belastbare, aktuelle Veröffentlichung finden.

Stand der Prüfung: 9. September 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns – wir korrigieren und weisen die Änderung aus.

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