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Kühlschmierstoff automatisch managen: weniger Verbrauch, längere Standzeiten
Ein System, das Konzentration und Füllstand selbst konstant hält, spart Zerspanbetrieben spürbar Kühlschmierstoff – und schont zugleich Werkzeuge und Maschinen. So funktioniert automatisiertes Fluidmanagement.
Auf einen Blick
- Automatisiertes Fluidmanagement misst laufend Konzentration, pH-Wert und Leitfähigkeit und dosiert Wasser und Konzentrat bedarfsgerecht nach.
- Der Kühlschmierstoff bleibt konstant auf Sollwert – das verlängert die Standzeit von KSS und Werkzeug.
- Im Fallbeispiel Liebherr Components sank der KSS-Verbrauch mit einem automatisierten System um rund 30 Prozent.
- Werkzeugkosten machen nur etwa 3 bis 5 Prozent der Fertigungskosten aus, das KSS-Management dagegen 8 bis 16 Prozent.
- Anbieter sind u. a. CUMA (Hermann Bantleon mit Festo), GIMAT und RHOBA-Chemie.
Kühlschmierstoff ist im Einkauf ein kleiner Posten und im Betrieb ein großer. Die reinen Werkzeugkosten liegen in der Zerspanung meist bei 3 bis 5 Prozent der Fertigungskosten, das Kühlschmierstoff-Management dagegen bei 8 bis 16 Prozent – Beschaffung, Pflege und Entsorgung zusammengenommen. Wer hier Ordnung reinbringt, hebt einen größeren Hebel als beim Werkzeug allein.
Der wunde Punkt: die Konzentration
In der Praxis schwankt die KSS-Konzentration ständig. Wasser verdunstet, die Emulsion reichert sich an, jemand kippt nach Gefühl nach. Läuft die Konzentration zu niedrig, leiden Werkzeugstandzeit und Oberflächengüte; läuft sie zu hoch, steigen Verbrauch und Hautbelastung. Das manuelle Nachmessen mit dem Refraktometer passiert oft zu selten – und die Korrektur nach Augenmaß.
Was automatisiertes Fluidmanagement macht
Ein automatisiertes System übernimmt genau diese Regelung. Es misst laufend Konzentration, pH-Wert und Leitfähigkeit und dosiert Wasser und Konzentrat bedarfsgerecht nach. Weicht ein Wert ab, wird er sofort erkannt und die Emulsion automatisch wieder auf den Sollwert gebracht. Zusätzlich erfasst das System die Daten digital – Sie sehen also, wie sich Zustand und Verbrauch über die Zeit entwickeln.
Was das dem Betrieb bringt
Der direkte Effekt ist weniger Verbrauch. Der indirekte wiegt oft schwerer: Eine konstant richtige Emulsion hält länger, und auch die Werkzeuge stehen länger im Einsatz, weil sie sauber gekühlt und geschmiert arbeiten. Dazu kommt weniger Handarbeit an der Maschine und eine Datenbasis, mit der sich der KSS-Einsatz überhaupt erst steuern lässt.
Worauf Zerspanbetriebe achten sollten
Entscheidend ist, dass das System zu Ihren Maschinen und zur Zahl der Kreisläufe passt. Ein einzelner Bearbeitungszentrum-Tank stellt andere Anforderungen als eine Zentralanlage. Klären Sie vor der Anschaffung, welche Werte gemessen werden, wie das System nachdosiert und ob sich die Daten in Ihre bestehende Fertigungs-IT einbinden lassen. Anbieter wie CUMA (Hermann Bantleon gemeinsam mit Festo), GIMAT oder RHOBA-Chemie decken unterschiedliche Betriebsgrößen ab.
Häufige Fragen
Was ist automatisiertes Kühlschmierstoffmanagement?
Wie viel Kühlschmierstoff lässt sich sparen?
Warum lohnt sich das trotz kleiner KSS-Einkaufskosten?
Für welche Betriebe eignet sich das?
Welcher Kühlschmierstoff und welche KSS-Strategie zu Ihrer Zerspanung passen, ist eine Frage für die Praxis. Das Pöppel-Team berät Zerspanbetriebe zu Kühlschmierstoff und Werkzeug.
Beratung anfragen
Sven Müllers
Marketingleitung · R. Pöppel, Memmingen
Festgehalten hat mich an diesem Thema eine Zahl: die 30 Prozent Einsparung. In den Fachmeldungen klingt sie nach allgemeiner Kostensenkung – in der Primärquelle ist sie der Kühlschmierstoff-Verbrauch eines einzelnen Betriebs. Wir haben sie deshalb bis zum Ursprung zurückverfolgt, denn genau solche Verschiebungen entscheiden darüber, ob sich eine Investition rechnet.
Ein großer Teil unserer Arbeit im Marketing bei R. Pöppel in Memmingen ist Recherche – für Handwerks- und Industriebetriebe der Region. Wir arbeiten nach bestem Wissen und prüfen jede Angabe gegen; bleibt trotzdem ein Fehler stehen, sagen Sie uns bitte Bescheid. Schreiben Sie mir.
Quellen und wie wir geprüft haben
Ausgangspunkt war ein Fachbeitrag auf Zerspanungstechnik.de vom 22. Juli 2026. Die häufig zitierte Einsparung von rund 30 Prozent haben wir an der Pressemitteilung des Systemherstellers geprüft: Sie stammt aus dem Fallbeispiel Liebherr Components und bezieht sich auf den Kühlschmierstoff-Verbrauch, nicht auf die Fertigungs- oder Betriebskosten insgesamt. Im Text ist sie deshalb ausdrücklich als Verbrauchswert eines Einzelfalls eingeordnet. Die Kostenanteile stammen aus einer davon unabhängigen Fachquelle. Sprechen Sie uns darauf an – als Ihr Fachhändler beraten wir Sie zu Kühlschmierstoffen und zur passenden Strategie für Ihre Fertigung. Zur Beratung.
4 Quellen · 1 Angabe korrigiert
- Primärquelle
- Hermann Bantleon, Pressemitteilung zum System CUMA – Fallbeispiel Liebherr Components
- Ausgangsmeldung
- Zerspanungstechnik.de, „Automatisiertes Kühlschmierstoffmanagement“ (22.07.2026)
- Abgleich
- pos.de (Kostenanteile) · GIMAT · RHOBA-Chemie (Systeme)
- Korrigiert
- Die „rund 30 Prozent“ sind der Kühlschmierstoff-Verbrauch eines Einzelfalls, nicht die Fertigungskosten.
Stand der Prüfung: 26. Juli 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns – wir korrigieren und weisen die Änderung aus.